Donnerstag, 8. Dezember 2016

Gestatten: Herr N. Mensch

Ein jeder kennt ihn, denn er ist auf internationalem Parkett unterwegs. Herr N. Mensch ist unter vielen verschiedenen Namen und in allen gesellschaftlichen Schichten anzutreffen, auch wechselt er sein Mäntelchen je nach kultureller Umgebung, doch in einem bleibt er sich stets treu: In seinem Selbstbild. Wie einst Narziss vermag er keinen Makel in seinem Teichspiegelbild zu entdecken, es strahlt ihm entgegen und entzückt ihn so sehr, dass er beschließt, es nicht seinem Vorbild gleichzutun und in Anstand selbstumarmend zu ertrinken, sondern sein Ego in die Welt hinauszutragen, auf dass ihm die Nymphen liebestrunken zu Füßen liegen mögen.

Denn die mag er, die Nymphen. Auch wenn er ihr Geplapper hohl findet - irgendwie findet er sie ja niedlich. Und vor allem: Sein. Und was sein ist, darf niemand anrühren. Kurzerhand wird die Nymphe  also ohne ihr Zutun oder auch nur ihr Wissen in den heiligen Stand der Frau N. Mensch erhoben. Als solche wird sie eifersüchtig bewacht und verteidigt vor jedem, der das Territorium im wahrhaften oder im bildlichen Sinne betritt.                                                                                                                                
Frau N. Mensch gehört ihm.

Frau N. Mensch muss beschützt werden.

Frau N. Mensch ist nämlich leider ein bisschen doof.

Vor allem aber ist Frau N. Mensch Mittel zum Zweck.

Denn Herr N. Mensch ist nicht der Gentle Man, als der er sich so gerne geriert.

Er ist der Politiker, der den Frauen im Tonfall der väterlichen Fürsorge ganz lieb erklärt, dass sie gar nicht wissen können, ob eine Abtreibung wirklich die richtige Entscheidung für sie ist. Denn schließlich ist allgemeinhin bekannt, dass frau zu hysterischen Überreaktionen neigt und solch eine Entscheidung, pardon the pun, allzu schnell aus dem Bauch heraus trifft, statt wirklich mal nachzudenken, was das- man höre und staune- für die „Zukunft der Nation“ bedeuten könnte. Er bezeichnet die Gebärmutter als „Ort mit der höchsten Sterbewahrscheinlichkeit“ und will dafür sorgen, dass die Familie als „Keimzelle der Nation“ wieder stärker wird, verkauft das als nostalgischen Gedanken und verschweigt dabei, dass die Frau, die brav in der Küche steht, kaum gleichzeitig Karriere machen und für ihr Kind sorgen kann. Und dass genau das jetzt schon ein Problem ist- ein wahrhaftiger Ritter im Auftrag des weiblichen Geschlechts also dafür ins Feld ziehen würde, dass es bessere Kinderbetreuung gibt und dass man gar nicht mehr darüber reden muss, ob es gehaltstechnische Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Der in der rostigen Rüstung hingegen weigert sich, Frauenhäuser zu unterstützen, tut sie als „Unfug“ ab, der „Familien zerstört“. Ein liebevolles Heim für den prügelnden, vergewaltigenden Gatten wird man doch wohl auch noch mit ein paar gebrochenen Rippen schaffen können, bitteschön! Und wer ein zugeschwollenes Auge hat, sieht mit dem anderen schließlich noch gut genug, um die Bunt- von der Weißwäsche trennen zu können.

Er ist der Anhänger eben dieser Politik, ist diese ja gleichzeitig praktischerweise noch der Garant dafür, dass in Zukunft kein kulturfremder Rivale mehr das Territorium betreten soll. Vor dem nämlich gilt es Frau N. Mensch zu schützen, denn sie mag zwar nicht gut genug sein, um selbst Entscheidungen treffen oder gar gleich viel verdienen zu können, aber für den Eindringling ist sie dann doch zu gut. Ironischerweise wird der Eindringling mit all den Eigenschaften bedacht, die Herrn N. Mensch zu eigen ist. „Die respektieren unsere Frauen nicht!“ – „Die haben doch ein Frauenbild aus dem vorigen Jahrhundert!“ – „Die betatschen unsere Frauen!“  Unsere. Meine. MEINS!                 Ironie ist allerdings etwas, das Herrn N. Mensch zuverlässig entgeht, was reiner Selbstschutz sein mag, denn sonst müsste er sich ja eingestehen, dass er mit dem vermeintlichen Feind nicht nur an einem Tisch sitzt, sondern auch noch aus demselben Becherchen schlürft. Müsste sich eingestehen, was Frau N. Mensch, Gentle Man und die meisten anderen auch schon längst wissen: Dass es hier nicht um den Schutz der Frau geht. Sondern dass er sich ihres gebeugten Rückens (Boden schrubben geht schließlich schlecht im Stehen) bedient, um auf ihm seinen ganz eigenen und höchst egoistischen Kampf auszutragen. Um danach, wenn er fertig gekämpft hat, herabzusteigen und zu fragen, warum das Abendessen noch nicht fertig ist.

Er ist der Familienvater, der das Todesurteil über seine eigene Tochter verhängt, weil sie sich von einem Mann hat berühren lassen, der nicht der ihr angetraute ist. Und der bei der Vollstreckung derjenige ist, der den ersten Stein wirft. Nicht etwa im übertragenen Sinne, sondern im wörtlichen. Auch er, weil er die Tochter beschützen will, auf dass sie nicht nochmal Opfer ihrer eigenen Verderbtheit werde. Auch er natürlich in Wirklichkeit, um vor den anderen steinbewehrten Geiferern das Gesicht zu wahren. Die anderen Töchter und seine Frau N. Mensch, alle Frauen um ihn herum, beschützt er weiterhin fürsorglich. Er schenkt ihnen bodenlange Säcke und Schleier, um Körperform und Gesichtszüge so zu verdecken, dass kein Mann bei ihrem Anblick um den anscheinend kärglich vorhandenen Verstand kommen kann. Auch hier ist die einem ins unverschleierte Gesicht springende Ironie ein Perlenhaufen vor die Saubande. Und während die Steine fliegen, die Peitsche knallt und die Stoffbahnen wallen, wird sich auf ein Buch berufen, in dem es diese drakonischen Maßnahmen so  nicht gibt. Was die Frau im besten Fall aber nicht weiß, schließlich soll sie ihren Geist nicht mit Lesen oder gar Verstehen belasten. Sie braucht ihre wertvolle Energie, um den verwirrenden Drahtseilakt zu vollbringen, eine Heilige zu sein, die es zu beschützen gilt, während sie gleichzeitig das Schlechte verkörpert: die verführerische Sünde schlechthin, die es zu bestrafen gilt.

Wir kennen ihn auch aus der Nachbarschaft, von der Arbeit, vom Einkaufen- man begegnet ihm immer wieder und überall. Er ist der höfliche Kollege, der davon überzeugt ist, Brock Turner habe lediglich drei Monate verdient- schließlich würde man dem Jungen sonst die Zukunft versauen, und die Frau habe die Vergewaltigung im Zustand der Bewusstlosigkeit doch sowieso nicht mitbekommen; er ist der unheimlich charmante verheiratete Doktor, der, wenn die Becircte ihn abweist und einen anderen erwählt, den großen Auftritt sucht, während dem er mit Verachtung klarmacht, dass in seinen Augen damit selbstverständlich nicht er an Wert eingebüßt hat, sondern sie- von dem doktorentitelunbehafteten Mann an ihrer Seite mal ganz zu schweigen…. Man sieht, die Liste ließe sich hier endlos fortsetzen. Aber ich möchte die leser’sche Geduld nicht überstrapazieren, und zudem bin ich auf ein hübsches Sätzchen gestoßen- wobei es sich um eine Aussage von Herrn N. Mensch höchstpersönlich handelt- das seine Einstellung auf den Punkt bringt:

„Der Feminismus treibt einen Keil in die Gesellschaft.“

Da ist sie wieder: die Ironie. Denn Feminismus bedeutet ganz im Gegenteil, dass alle Menschen gleichgestellt sind. Alle. Er ist der Keilentferner. Das mag der eine oder andere Keiler noch immer nicht verstanden haben, doch ansich muss man nicht M. Anze heißen, um zu erkennen, dass da was schiefläuft im Staate Herrenmark. Dass man etwas tun muss, im Großen wie im Kleinen. Dass es hier nicht „nur“ um Frau N. Mensch, sondern um Mensch geht. Denn Herr N. Mensch ist ja der Überzeugung, die Welt gehöre ihm. Es mag ein herabfallendes Blatt gereicht haben, um das Selbstbild von Narziss zu zerstören, aber man kann nicht immer auf einen zufällig vorbeihuschenden Windhauch hoffen, man muss ihn selbst entfachen, den Wind, und im Großen auch mal einen Sturm. Denn letzterer befindet sich nicht im Wasserglas, auch wenn verblüffend viele dieser irrigen Annahme zu sein scheinen und es der Bergnymphe gleichtun, die sich blenden und verwirren ließ, bis sie sich auflöste und nur noch ein kümmerliches Stimmchen übrig war, das alles ihr Vorgesagte brav wiederholte. Und am Schluss vielleicht selbst noch glaubte.

Vom großen Rest von uns sei allerdings ausgerichtet:

Sehr geehrter Herr N. Mensch,

wir lassen uns scheiden.

MfG,

Rhonnie (i.A.)



Mittwoch, 7. Dezember 2016

Der Georg, die Putzfrau... und die verlorene Ukrainerin

Ich sagte ja schon, dass ich diese Woche in Eile bin, naht ja Weihnachten, und ich hab noch nichts, was ich unter die amputierte Baumwurzel legen könnte, allerdings ist diese Woche anscheinend gerade das Wer-ist-Georg-Ratespielchen in Mode, weswegen schon wieder eine neue Vermutung durchs Internet huscht, bin ich ja wiedermal der Siggi, diesmal jedoch mit Putzfrau aus Portugal und Ex-Freundin aus der Ukraine (und ich dacht immer, das wär der Nobile...):










Pardon, den Juden hab ich noch vergessen. Man mag es mir verzeihen, wechselt mein Name ja schneller, als so manche Unterhose ihren Träger.

Nun mag sich natürlich so mancher fragen, warum man gar so interessiert an meiner Person ist, pflückt der ausgefüllte Zweibeiner ja um diese Jahreszeit Mistelzweige, auf dass ihn darunter ein Kuss ereile, und dies sei hiermit beantwortet, mag man ja in keiner miefigen Ecke, dass ich meine Augen nicht starr gegen eine Dumpfbande wende, weswegen ich nun auch Braunes am Schuh mit mir herumtrage. Welches übrigens genauso riecht wie Vogelkacke. Man kann es nicht leiden, dass ich zB nicht über den Tod junger Frauen spekuliere, nur damit sich so mancher im Lynch-Mob-Sumpf wälzen kann, finde ich es ja vielmehr abartig, wenn man ein Opfer für seine niederen Zwecke nochmals zu einem macht, und so warte ich, was die Ermittlungen ergeben, ist dann der Beitrag ja nicht aus den Fingern gesogen.

Ich weiß, das ist in der heutigen Zeit nicht in Mode, plappert da ja jeder gerne wie ihm der schlechte Charakter gewachsen ist, ich will da aber nicht mitspielen, sah ich ja schon früher den Schmuddelkindern nur von der Weite zu, was ich auch heute noch so halte, allerdings hasse ich es, wenn man lügt, weswegen dem obigen Affen mitgeteilt sei, dass ich so gut wie alle Kommentare freischalte, selbst die, die so dämlich sind, dass es einem die Zehennägel kräuselt. Ja, sogar die rassistische Kacke vom Danny. Ich bin leidensfähig. Da war aber nix. Gar nix, weswegen ich das brustklopfende Brunftgehabe hiermit mit einem Schmunzeln bedenke. Süüüüüüß.

Wie? Für wenig Zeit wurde der Beitrag aber doch ganz schön lange? Für Lacher hab ich eben immer ein paar Minütchen, zudem muss ich mich ja jetzt nicht mehr um die Sauberkeit der Küche kümmern, ich Luder, und so delegiere ich nun an die Putzdame aus Lissabon. Und geh die Ukrainerin suchen....Was macht die nur in Berlin? Und wie ist sie da bloß hingekommen...


Guten Tag

PS.: Ich find übrigens amüsant wie paranoid man durch den Hof gackert. Weitermachen. The Georg is always and everywhere...

PSPS....



Nichts zu danken.







Dienstag, 6. Dezember 2016

Was zum Teufel ist ein Rayk?

Ich bin heute ja mächtig in Eile (ganz ohne Rauschebart), und doch möchte ich Ihnen den folgenden Erguss nicht vorenthalten, ist die Extremisten-Mischpoke (ob rechts, ob islamistisch, ob Hohlerdler...alles derselbe Dummhaufen) ja wiedermal als Detektiv unterwegs, was mich allerdings vor ein Rätsel stellt, das ja vielleicht Sie lösen können:

"Na da haut es dich wohl aus den Socken?Woher ich deinen Namen herausgefunden habe? Nun lieber Rayk ich hab dich durchschaut. Du musst wissen das ich durch deine unzähligen Bloggeinträgen dich langsam kenne. Ich kenne deine Sprache und deine Wortwahl. Tausendmal fluchst du und dir huscht ein Kruzinesen und Kruzitürken über die Lippen. Oder deinen Standardsatz. Ein stolzer Eber wie ich reibt sich nicht die große Eiche. Tja und als ich neulich dein neues Buch gelesen habe, habe ich dich sofort wiedererkannt.Mir tuts Leid um das Geld das ich dafür bezahlt habe. "Eure Dummheit kotzt mich an" ist wohl eher eine Satireschrift. Damit das Geld nicht ganz umsonst war liegst bei mir im Scheißhaus und die Blätter nutzen mir als Klopapier."



Können Sie mir vielleicht sagen, was ein Rayk ist? Ich wäre Ihnen ehrlich sehr verbunden.


Guten Tag







Montag, 5. Dezember 2016

Die Abenteuer des Raumschiffs Boxvogel: Der Teufel-Planet

Das Internet - unendliche Weiten...Wir schreiben das Jahr 2016. Dies sind die Abenteuer des Boxvogel-Blogs. der mit seiner Besatzung 5 Jahre lang unterwegs ist, um neue Dummheiten zu erforschen. wirres Leben und verworrene Zivilisationen. Viele Lichtjahre vom vernunftbegabten Leben entfernt, dringt der Blog in Hirnbrechreiz vor, den nie ein Mensch zuvor gesehen hat:

Heute: das Teufel Ingolf











Eintrag ins Logbuch: Ein eigenartiger Planet, spricht man dort ja in der längst vergessenen Sprache eines vergangenen Universums, kollidierte letzteres ja im Stalingrad-Quadranten mit einer eiskalten Supernova, dass es zu Staub zerbröseln ließ. Lang, lang ists her, und eigentlich wähnte man das Volk, welches sich selber in der Herkunft nordischen Gefilden zuschrieb, dieses jedoch im Orient-Sternbild verortete ..manch einer meint, dass diese geographische Verfehlung sogar ein Mitgrund für die Explosion war...als ausgestorben, weswegen man es von der braunen Arierschutzliste strich, nur scheint dies verfrüht gewesen zu sein, ist eine Reichsflugscheibe dem Exodus ja womöglich entkommen.

Nein, es ist sogar höchstwahrscheinlich, ist ja zB das Wort "Säuberung" außerhalb der angepatzten Küche sonst kaum jemanden mehr geläufig, auch wenn man sich in der Verpflegung leicht verändert hat, wich die Dinkelsuppe ja dem Met...in einer ganz abartigen Abwandlung:



Sie sehen, eine weitere Untersuchung des Zwergsterns lohnte nicht wirklich, auch wenn dies der Kapitän eines zu Gast befindlichen Rostkutters nicht ganz so sieht,...



...jedoch konnte mit dieser Einladung zum Abendbrot jegliches intelligente Leben zweifelsfrei ausgeschlossen werden, und so zieht das stolze Schiff nun weiter...in den Danny-Haufen...mal gucken, obs dort besser wird...gib Gas, Scotty...


Guten Tag


Freitag, 2. Dezember 2016

The Big Bum Theory, oder Satire kann manchmal furchtbar schmerzen

Freitag ists, und somit sei wieder ein Schmunzler mit uns, zu welchem ich Ihnen den folgenden Beitrag an die Lachfalten lege, ist der der Realität ja näher, als so mancher Zeitungsartikel (bei Minute 17:40):


https://www.youtube.com/watch?v=la1ZSceM9wg

Wie sehr die Satire trifft, zeigen die Kommentare unter dem Facebook-Eintrag, blieb da so manchem das Kichern ja im Halse stecken:

https://www.facebook.com/ZDF/videos/1184146084994352/?hc_location=ufi

Christoph Sieber und Serdar Somuncu Islamophobie zu unterstellen ist ehrlich der beste Witz, den ich seit langem gehört habe. Danke dafür. Und weiter üben. Mit dem Humor....irgendwann klappts schon...garantiert...


Guten Tag und ein schönes Wochenende



Mittwoch, 30. November 2016

Menschen und andere Merkwürdigkeiten - Heute: Der Jammerer

Ich darf mich kurz vorstellen: Ich bin Rhonnie. Und ich bin fasziniert.

Fasziniert vom Menschlertum, das kulturunabhängig und sowohl jahrhundert- als auch globusumspannenderweise ganz erstaunliche Gemeinsamkeiten aufweist. Nehmen wir zum Beispiel den Jammerer. Er könnte fast eine Figur aus dem Kleinen Prinzen sein, gefangen auf einem trostlosen Planeten, auf dem er sitzt und- jammert. Tagaus, tagein. Über alles. Und über nichts.

Ein Bekannter von mir kommt regelmäßig mit dem Spruch „Rhonnie, ich habe ein Problem…. [beliebiges Problem einfügen]“. Er schüttet mir sein Herz aus und besäuft sich dabei. Manche Probleme sind schwerwiegender Natur, manche erschließen sich mir auch nach einer Flasche Whiskey noch nicht. Unvergessen aber bleibt der Tag, an dem er kam und sagte „Rhonnie, ich habe ein Problem…. Ich habe kein Problem!“ An dem Abend soff er sich fast ins Koma. So weit, so harmlos (außer für meinen Hausbarbestand, aber er beschenkt mich dafür an jedem Geburtstag sehr großzügig. Mit seinem Lieblingswhiskey.).

Nun aber geben wir dem Jammerer Internet. Was früher der Stammtisch allein bewältigen musste, erledigen heute die sogenannten „Echoräume“. Mit zwei eklatanten Unterschieden: Erstens hat der Stammtisch meist eine begrenzte Zahl von Teilnehmern. Und zweitens gibt es an ihm immer noch die ein oder andere Meinung, noch dazu von Menschen, die man kennt und die man schätzt. Das findet sich in den Echoräumen kaum. Da wird einander geliked und beklatscht, auch die abstrusesten Theorien und Meinungen finden Anklang. Und, wie das Echos eben so an sich haben: Alles wird vervielfacht. Da geht ein Lieschen Müller (Name von der Redaktion geändert) also zum Beispiel rein, weil sie es damals nicht so super fand, dass Gabriel sie und andere als „Pack“ bezeichnet hat. Verständlich, auch ich fand das daneben. Wo andere aber, die Nicht-Jammerer, sich vielleicht kurz ärgern, um danach wieder ganz normal weiterzuleben, weil sie natürlich wissen, dass die Tatsache, dass ein einzelner Idiot einen beschimpft hat, für das eigentliche Leben von gar keiner Bedeutung ist- da, ja da fängt der Jammerer erst an. So ein Vorfall wird für ihn zum Lebensinhalt (darin unterscheidet er sich übrigens von meinem Bekannten), zum Kickstart für eine Tirade von Selbstmitleid. Der Jammerer fühlt sich in der Quintessenz ungerecht behandelt und vor allem: Nicht ernstgenommen. Hat er teilweise sicher nicht ganz unrecht. Fühlt sich doof an. Aber das als Grund dafür anzuführen, dass manche sich so aufführen, wie sie es tun, ist falsch. Im Gegenteil: Das wirklich große Problem ist das plötzliche viel zu Ernstgenommenwerden. Das Selbstmitleid wird selbstgerecht. Und so wird Lieschen Müller von ihren Mitleidern glücklicherweise sehr bereitwillig mit hundertsiebenunddreißig zusätzlichen Jammergründen ausgestattet, von deren Existenz sie bis dato noch nicht mal etwas ahnte. Die trägt sie dann in die Welt hinaus, da der Echoraum sie zu dem Trugschluss verleitet, dass das alles die „Wahrheit“ sei. Natürlich ist ihr Erstaunen dann groß, wenn sie merkt, dass ihr im realen Leben höchstens mal ein mitfühlendes Lächeln dafür geschenkt wird. Woraufhin sie in den Echoraum zurückkehrt, um genau darüber zu- man errät es- jammern. Und Verständnis zu bekommen. Und Likes. Man merkt: Es ist ein Teufelskreis. Man kann Lieschen vielleicht sogar irgendwie verstehen.

Aber.

Wenn da dieses vertrackte „Aber“ nicht wäre….

Lieschen hat nämlich durchaus Menschen in ihrem Umfeld, die sie in ihrer ursprünglichen Not verstanden und die versuchen, ihr zu helfen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Man sollte meinen, Lieschen fände das schön und würde merken, dass es doch alles nicht so wild ist, wie sie befürchtet hat und sich einreden ließ. Doch das will sie nicht. Lieschen will partout nicht in die Situation kommen, in der sie morgens um fünf verkatert auf meinem Sofa aufwacht und merkt, dass dieser Kater momentan ihr einziges tatsächliches Problem ist. Keiner darf ihr das Jammern klauen. Sie hat ja sonst nichts.

Die restliche Welt besteht nicht nur aus Pack-Nennern. Es gibt genug Händereicher, Versteher, Differenzierer, Nicht-alle-in-einen-Topf-Werfer und Ernstnehmende. Aber ab diesem Punkt gehen wir nicht mehr mit.

Liebe Wutbürger, Alt Rights, Islamisten und wie Ihr Euch sonst noch so nennt: Jammert. Wirklich. Jammert nach Herzenslust. Aber wenn Euer Ziel gar nicht der Zustand des Nichtjammernmüssens ist, sondern nur darin besteht, auch anderen das Leben zu verhageln, dann müsst Ihr auch damit leben, dass außerhalb der eigenen Räumlichkeiten das Echo auf einmal ganz anders klingt. Und nicht immer wirklich wahnsinnig nett.

Worüber Ihr dann natürlich wieder (endlich!) jammern könnt. Und das habt Ihr Euch diesmal tatsächlich im Alleingang selbst verdient. Für diesen Verdienst gibt es zwar ungerechterweise noch keine Medaille.  Aber bestimmt den einen oder anderen Like.

Und vielleicht irgendwann tatsächlich einen ganz eigenen Planeten.

Darauf hofft,

Eure Rhonnie


Dienstag, 29. November 2016

Pierre Vogel und die Volksfront von Judäa

http://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/muenster-salafisten-verteilaktion-100.html

https://www.welt.de/videos/video159830852/Ist-We-love-Muhammad-ein-radikaler-Salafisten-Verein.html

http://www.noz.de/deutschland-welt/nordrhein-westfalen/artikel/812757/hetzprediger-pierre-vogel-verteilt-muhammed-biografien-in-muenster#gallery&0&0&812757

http://www.bild.de/regional/ruhrgebiet/pierre-vogel/koran-verteiler-wieder-unterwegs-48968188.bild.html


Natürlich ists derselbe Schmarrn wie das Lies-Projekt, auch wenn das der Vogel Pierre abstreitet,...




...gings ja nie um das Buch, das da weitergereicht wurde, sondern einzig um die Verteiler, die nun flugs den Namen gewechselt haben, auf dass sie auch weiterhin mangels sinnvoller Beschäftigung den Menschen auf den Sack gehen können, und doch offenbart die Büchlein-wechsel-Dich-Schmierenkomödie gar lustiges, sieht man ja wiedermal, dass die Brüderlichkeit schneller endet als das Verglühen einer Sternschnuppe:



Das Ganze erinnert an die Geschichte von der Volksfront von Judäa und der jüdäischen Volksfront,...


https://www.youtube.com/watch?v=6pwmffpugRo

...wobei dem Vogel nicht wirklich bewusst sein dürfte, dass auch er irgendwann einsam auf der Steintreppe sitzen wird, hat seine neue rechte Hand Bilal Gümüs ja schon vorgezeigt wie schnell er die Seiten wechseln kann. Wenn es ihm an den Kragen geht, ist die Ummah ja nur solange eins, so lange etwas zu holen ist, ist der Wahabismus ja eigentlich nur ein anderes Wort für Gier. Und für Charakterlosigkeit. Spalter! Allesamt.

Guten Tag